Müller Thurgau

Der Müller Thurgau ist ein echtes Kind des Bodensees. 1882 het ihn der Schweizer Prof. Dr. Müller aus einer Kreuzung von Riesling und Gutedel entwickelt. Das war während der Zeit als Dr. Müller in Geisenheim wirkte. Als er später an die Schweizer Versuchsanstalt nach Wädenswil berufen wurde, nahm er die 150 besten Exemplare der Neuzüchtung mit, um sie am Arenenberg zur Weiterentwicklung zu pflanzen. Dort entdeckte sie in den 20er Jahren der markgräfliche Weingutverwalter Johann Röhrenbach.
Er sorgte gegen den Willen seines Dienstherrn dafür, daß die neuen, für das Bodenseegebiet so überaus geeigneten Reben in zwei Nacht- und Nebelaktionen über den See gerudert und in Kirchberg angepflanzt wurden.
Besonders am Bodensee bringt der Müller Thurgau engenehme Weine mit dezentem Muskataroma und einem milden Charakter. Im Geschmack ist er lebendig frisch, mit milder Säure und einem schönen leichten Körper.




Blauer Spätburgunder

Die Traube stammt aus dem französischen Burgund und wird als edelste Rebsorte angesehen. Als Königin der Rotweine stellt sie hohe Anforderungen an ihre Umgebung. Sie schätzt tiefgründige, nährstoffreiche Böden und ein gemäßigtes Klima. Unsere Spätburgunder Rotweine zeichnen sich durch besondere Fruchtigkeit und feine Herbe aus. Das Aroma ist geprägt von reifen Beerenfrüchten und Kirschtönen.
Im Verhältnis zu den starken gerbstoffhaltigen Rotweinen aus Frankreich und Spanien ist der Spätburgunder bei uns kein Schwergewicht und Kraftprotz, sondern die duftig verspielte und lebhafte Burgunderfrucht, die uns munter und gesprächig macht. Auf unsere Art gekeltert, wird er in dieser Gegend lieber getrunken und man verträgt so auch ein Viertele mehr.

Aus der Rebsorte Blauer Burgunder wird als Spezialität vom Bodensee auch Spätburgunder Weißherbst gewonnen. Es wird nicht, wie bei Rotwein, mit der Schale vergoren, sondern lediglich der Saft zum gären gebracht. Er wird also weiß gekeltert und vergoren. Er verbindet die Rasse, Frische und Eleganz des Weißweins mit der Glut und Fülle des Rotweins. Man riecht den zarten Duft von Erdbeeren.
Im Geschmack spürt man das dezente Burgunderaroma.
Ebenfalls aus Spätburgunder Trauben wird der Wein Pint noir blanc de Noirs hergestellt.


Gutedel

Der Gutedel ist eine ganz alte Rebsorte und wird am Bodensee kaum angebaut. Sein Hauptverbreitungsgebiet ist das Markgräflerland. Er hat seinen Ursprung vermutlich im Asiatisch - Afrikanischen Raum. Von dort kam der Gutedel über Frankreich in das Dorf Chasselas. Über die Schweiz wo er Fendant heißt, kam er ins Markgräflerland und an den Bodensee.
Der Gutedel ist ein betont leichter Wein. Säure und Alkohol sind meistens niedrig, der Geschmack ist leicht, eher neutral. Er ist meistens nicht die Liebe auf den ersten Schluck. Er öffnet sich oft erst nach dem zweiten Viertele. Zu leichten Speisen ist der Gutedel ein vorzüglicher Begleiter oder gut gekühlt ein schöner Sommerwein.


Grauburgunder

Der Grauburgunder ist durch eine Mutation aus dem blauen Spätburgunder entstanden. 1711 entdeckte ihn der aus Spyer stammende Kaufmann Johann Ruland in einem verwilderten Garten. Als schlanker, säurebetonter, spritziger Wein, trocken angebaut, ist er ein Renner in der Gunst der Weintrinker. Im Geruch tendiert er zu süßlichen Aromen in Richtung Honig und Rosinen mit würzigen Tönen. Im Geschmack hat er einen schlanken, feingliedrigen Körper sowie eine angenehme Säure.


Kerner

Der Kerner ist eine Neuzüchtung aus den Reben Riesling und Trollinger. Ein Weißwein, trotz der Geburtshilfe einer Rotweinsorte. Auf der Insel wird Kerne statt Riesling angepflanzt. Er ist ein sehr aromatischer und duftbetonter Wein.
Man riecht einen ganzen Strauss Aromen von Pfirsich und anderen frischen Früchten. Er ist ein sehr bukettbetonter fruchtig - rassiger Wein. Man spürt auch noch deutlich den Rieslingcharakter.


Muskateller

Der Muskateller ist eine der ältesten Kulturerben des Menschen. Die Legende sieht in ihr wegen der Schönheit von Blatt und Traube auch die bliblische Rebe, die Noah mit in die Arche genommen und nach der Sintflut am Berge Ararat gepflanzt haben soll. Bei uns ist der Muskateller eine Seltenheit. Er ist sehr frostempfindlich und wird deshalb hauptsächlich in wärmeren Regionen angepflanzt.
Im Geschmack zeigt der Muskateller ein frisches reiches Bukett. Man riecht gerne an einem so sauber ausgebauten Wein und genießt den feinen Geschmack. Als Essensbegleiter ist er nicht gedacht. Er passt eher zu einer besinnlichen Stunde.


Chardonnay

Wie viele andere alte Rebsorten hat der Chardonnay seinen Ursprung in Vorderasien, ist aber heute in allen Weinanbaugebieten der Welt zu finden. Die Klassifizierung für Baden erfolgte 1991. In den besten Lagen angebaut bringt die Traube vollmundige Weine mit großer Aromafülle.
 














 



















 







 



 



 





 
Winzerverein Reichenau